Stimmen aus der Gemeinschaft

Wir wünschen uns eine nachhaltige, gemeinsame weite Welt, in der sich eine neue Kultur der Begegnung entwickelt und ein liebevoller Umgang mit Mensch, Tier und Umwelt selbstverständlich ist. Die Gemeinschaft gestaltet und pflegt auf der Grundlage ihrer Werte und Ausrichtungen einen lebendigen Begegnungsraum, welcher sich aus unserem Tagungshaus, dem Café Helfensteine und dem Bildungszentrum zusammensetzt. In unserem Begegnungsraum gibt es keinen Platz für Haltungen von Rassismus, Diskriminierung, Gewalt, Ausbeutung, Menschen und Lebens - verachtendem Gedankengut.

„Ich lebe in Gemeinschaft, weil es die passende Herausforderung für mich ist. Ich war unzufrieden mit herkömmlichen Wohnformen und wollte Neues ausprobieren. Es hat mich hierher gerufen. Im Lebensbogen bin ich zur rechten Zeit am richtigen Ort. Die Spiegel der Gemeinschaftsmitglieder/Kommunard:innen zu erfahren und anzunehmen, in mein Sein zu integrieren, ist für mich die größte Herausforderung. Der Wunsch nach Herzverbundenheit und der besondere Ort machen den Lebensbogen für mich aus. Die Gemeinschaft ist für mich ein Übungsfeld und Forschungsort für Offenheit, Verbundenheit und Vernetzung.“

Anjou

„Ich glaube, dass Gemeinschaften resilienter sind und die Krisen unserer Welt besser überstehen und wirkungsvoller an positivem Wandel mitwirken als kleinere Systeme. Das Zusammenbringen von beispielsweise Kompetenzen, Wissen und kreativem Potential in einer Gemeinschaft kann große Wirkungskraft entfalten. Außerdem bietet mir Gemeinschaft ein großes Experimentierfeld, um persönlich zu wachsen, Unterstützung zu bekommen und zu geben. Mir war es wichtig, selber eine Gemeinschaft aufzubauen und mit zu gestalten anstatt in eine bestehende einzusteigen.
An Lebensbogen gefällt mir besonders, dass uns wichtig ist, in verbindungsvoller Kommunikation zu sein, dass wir uns forschend und lernend im Prozess immer weiter entwickeln und undogmatisch sind. Eine der Herausforderungen für mich in Gemeinschaft ist, geduldig und verständnisvoll zu bleiben, wenn aus meiner Sicht die individuellen Befindlichkeiten und Ängste viel Raum einnehmen. Herausfordernd ist auch manchmal auszuhalten, wenn Dinge nicht geschehen oder nicht umgesetzt werden, oder der Entscheidungsprozess sehr lange dauert.
Der Wunsch, von Herz zu Herz zu kommunizieren sowie Verbundenheit zur Gruppe, zur Welt und zur Natur – das macht Lebensbogen für mich aus. Mit diesem lebendigen Lern- und Begegnungsort mit vielen Projekten möchte ich mit dazu beizutragen, dass unsere Welt nachhaltiger, ressourcenschonender, verbindungsvoller und gerechter wird und mehr Frieden entsteht. Ein Begegnungsraum ohne Rassismus, Diskriminierung, Gewalt und Ausbeutung.“

Annett

"Ich lebe in Gemeinschaft, weil ich dort mit anderen Menschen zusammen Dinge umsetzen kann, die ich alleine nicht schaffen würde. Egal, ob es dabei um Arbeiten geht, für die man mehrere Menschen bracht (Bauprojekte...) oder die gemeinsame Nutzung von Auto und Waschmaschine oder das Einkaufen in Großgebinden, um umweltfreundlicher zu leben.
Am Lebensbogen hat mich gereizt, dass ich Leben und Arbeiten am selben Ort verwirklichen kann. Ich habe keine Fahrtzeiten mehr zur Arbeit und so die Möglichkeit, Arbeit und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Außerdem finde ich es toll, durch das Tagungshaus viele Begegnungen mit Menschen aus aller Welt zu haben. Der zweite, ebenso wichtige Aspekt ist die gemeinsame Ökonomie: ich bin nicht mehr alleine verantwortlich für die Existenz meiner Familie. Auch wenn mal jemand wegen Krankheit oder anderem ausfällt, sind genug Menschen da, die einspringen können. Wenn wir alle unser Einkommen zusammen schmeißen, reicht es auch für alle zum Leben!
Die größte Herausforderung für mich ist die Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit! Hier ist immer was zu tun, egal ob für den Betrieb, für die Gemeinschaft oder die Familie. Da ist es schwierig, freie Zeiten für mich ganz persönlich zu finden.
Was den Lebensbogen für mich ausmacht, ist die Herzverbundenheit und die Gemeinsame Ökonomie, die vielen Menschen und die herrliche Natur. Dieser Platz soll erhalten bleiben als Ort der Begegnung für alle Menschen, die sich einen gesellschaftlichen und politischen Wandel wünschen und diese Welt nachhaltig verbessern wollen!"

Annette

„Ich find‘s schön, dass wir alle zusammen wohnen. Und wenn meine Eltern mal keine Zeit haben, dass andere dann für mich Zeit haben. Und dass hier alle nett sind. Was ich ein bisschen nervig finde, ist dass es manchmal so lange dauert, bis eine Entscheidung getroffen wird. Zum Beispiel war das so, als ich gerne Hühner haben wollten. Aber jetzt sind die Hühner da und ich darf mich auch um sie kümmern. Aber als unser Huhn Rosalie vom Habicht erwischt worden ist da war ich sehr traurig. Ich fände es toll, wenn mehr Kinder hier wären, dann hätte ich mehr Kinder zum spielen. Dann wäre mir nicht so oft langweilig. Und ich wünsche mir, dass wir noch mehr Tiere haben. Toll ist, dass man hier im Winter gut Schlitten fahren und Iglus bauen kann. Ich mag auch gerne das Trecker fahren und – wenn die großen Laubhaufen im Herbst zusammen gerecht sind - dass wir Kinder dann da rein springen dürfen. Was ich hier habe, was ich früher nicht hatte, sind zum Beispiel der Kreativ-Raum, das Klamöttchen (unsere Kleiderkammer) und überhaupt so viel Platz zum spielen. Überhaupt finde ich es schön, dass wir zusammen Sachen machen wie Weihnachtsbaum schmücken, Laub harken, die Terrasse neu bauen, St. Martins-Laternenumzug auf den Helfensteinen, Wikingerschach und Wizzard spielen oder auch mal zum See fahren. Viel Spaß gemacht hat mir, zusammen mit vielen Leuten aus der Gemeinschaft und meinen Schwestern das Mosaik für den Elementeplatz zu machen.“

Antonia

„Ich lebe in Gemeinschaft, weil für mich das Zusammenleben und die Auseinandersetzung gute persönliche Entwicklungsmöglichkeiten schaffen, mein Herz offen zu halten und lebendig zu bleiben. Sicher ist das das größte Geschenk und die größte Herausforderung... weil es zusammen mit anderen eine größere Gestaltungskraft gibt, weil wir viel miteinander teilen und damit Ressourcen schonen, weil wir uns gegenseitig unterstützen.
Im Lebensbogen bin ich, weil wir auf eine Herzverbundenheit großen Wert legen, viel miteinander teilen und gleichzeitig unsere Individualität und Einzigartigkeit weiter leben können – zumindest ist das für mich eins unserer wichtigen Ziele.
Die größte Herausforderung für mich ist, die Unterschiedlichkeit von uns allen und unseren Blicken auf die Welt gleichwertig anzuerkennen und zu feiern.
Durch unser Bildungsangebot möchten wir dazu beitragen, dass sich in der Welt eine neue Kultur der Begegnung und Bewusstheit entwickelt, in der ein wertschätzender und respektvoller Umgang mit Natur, Tier und Umwelt selbstverständlich sind.“

Conny

„In Gemeinschaft ist es schöner als allein. Ich lerne sehr viel mehr über mich selbst, als wenn ich allein leben würde. Gemeinsam sind wir stärker und können mehr bewirken.
Hier im Lebensbogen gibt es viel Raum, um Ideen umzusetzen. Mir gefällt die Landschaft super gut und ich liebe, es in der Natur zu leben. Hier kann ich gemeinsam leben und arbeiten. Das Schönste ist, dass ich hier meine Leidenschaft beruflich ausüben kann – das Kochen. Ich finde unsere gemeinsame Ökonomie gut.
Das Leben in Gemeinschaft ist sehr komplex. Herausfordernd finde ich das viele und lange Reden, um zu Entscheidungen zu kommen.“

Gunda

„Der Wunsch nach Veränderung, die Lust auf Neues in meinem Leben, Neugier und Sehnsucht nach Kontakt und Beziehung haben mich auf die Suche nach einer Gemeinschaft gehen lassen. Darüber nachdenkend, was mich zum Lebensbogen geführt hat, gibt es vielfältige Antworten, Aspekte, Gedanken und gute Gründe. Die Quintessenz: mein Weg hat mich hierhin geführt. Die größte Herausforderung für mich ist, die Balance zu halten: zwischen ich und wir, Kopf und Bauch, reden und tun, verstehen-wollen und nicht-verstehen-müssen, verstehen-müssen und nicht-verstehen-wollen, es-sich-leicht-machen und sich-Schwerem-zuwenden, Veränderung und Erhalten, Wollen und Sollen, Wollen und Können, …
Was Lebensbogen für mich ausmacht ist die Bereitschaft, sich vielem zuzuwenden und der Mut und Wunsch, sich vieles anzusehen. Es ist ein Forschungslabor zum Wandel und zur Veränderung - auch mit der Gefahr zu scheitern.“

Hannah

„Gemeinschaft ist ein nachhaltigeres Lebenskonzept als Kleinfamilie um Kindern ein vielfältigeres soziales Umfeld bieten zu können. 
Im Lebensbogen bin ich, weil ich hier am gleichen Platz Arbeiten und Leben kann, keine Fahrzeiten zur Arbeit habe und auch kein CO2 durch Arbeitswege entstehen. Außerdem ist hier eine geile (Lauf-)Landschaft.
Und wegen der vielen Möglichkeiten, die hier am Platz sind und weil es die Gemeinschaft noch nicht soooo lange gibt. Da reizt die Möglichkeit mit gestalten zu können. Die vielen Möglichkeiten sind gleichzeitig die größte Herausforderung für mich. 
Der Lebensbogen bedeutet für mich Naturnähe, Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Ich setze mich für Offenheit und Veränderung ein.“

Jochen

„In Gemeinschaft lebe ich wegen der gemeinsamen Ressourcennutzung (z.B. Wohnraum, Maschinen, Medien, Energie…), der Gruppenintelligenz, dem Austausch, der gegenseitigen Unterstützung und der großen Chance, sich persönlich weiter zu entwickeln. Im Lebensbogen bin ich, weil ich mich mit den Werten der Gruppe verbunden fühle; wegen der Offenheit und Freundlichkeit der Gemeinschaftsmitglieder, wegen meines persönlichen Interesses an den Betrieben und der Attraktivität des Platzes. 
Die größten Herausforderungen sind für mich: die vielen „Spiegel“, die immer notwendige Herbeiführung eines Konsens, lange Gespräche und Diskussionen bis zur Entscheidungsfindung, das Entschleunigen, die unterschiedlichen Vorstellungen und Wünsche von Sauberkeit, Ordnung und der Nutzung von Gebrauchsgütern. Der Lebensbogen bedeutet für mich Herzverbundenheit gemeinsame Ökonomie.
Ich möchte beitragen zu einem respektvollen, wertschätzenden Umgang zwischen den Menschen und mit der Natur. Ich wünsche mir einen Begegnungsraum ohne Rassismus, Diskriminierung, Gewalt und Ausbeutung. Einen lebendigen Lern- und Begegnungsort mit Projekten, die dazu beizutragen, dass unsere Welt nachhaltiger, ressourcenschonender und gerechter wird und mehr Frieden entsteht.“

Karin

„Ich lebe in Gemeinschaft, weil ich das schon immer im Blut hatte und weil Menschen mir Sicherheit geben. Im Lebensbogen bin ich in erster Linie wahrscheinlich, weil ich ihn mit gegründet habe und es meinen Zielen entspricht. Die größte Herausforderung für mich ist alle zu akzeptieren und Konflikten nicht aus dem Weg zu gehen auch wenn ich nur Auslöser bin. Im Lebensbogen sehe ich das Potenzial (Mensch, Raum, …), das noch gefüllt werden kann; der Ort mit seiner Weite. Ich möchte dazu beitragen, das Miteinander zu zeigen und Hoffnung zu ermöglichen.“

Micha

„Ich brauche Menschen, mit denen ich lerne und mich austausche und mit denen ich die Welt und meine direkte Umgebung gestalte und verändere. Gemeinschaft ist Korrektiv und Spiegel für mein inneres Wachstum. Der Lebensbogen bietet große Freiräume für verschiedene Arten zu sein – politisch und persönlich. Es gibt dabei klare Abgrenzungen gegen rechts und ein Streben nach Inklusivität. Das ist mir wichtig. 
Die größte Herausforderung ist, dass meine leidenschaftlichen Anteile oft eine schnellere Umsetzung von neuen Ideen fordern, als es möglich ist. Und mich für meinen Wunsches nach privaten Räumen innerhalb des großen Ganzen einzusetzen, ist manchmal schwer. Der Lebensbogen bedeutet für mich Inklusivität und Vielfalt. Ich setze mich dafür ein, dass hier ein diskriminierungssensibler und gleichzeitig fehlerfreundlicher Raum entsteht, in dem wir voneinander lernen können. Ein lebendiger Lern- und Begegnungsort mit Projekten, die dazu beizutragen, dass unsere Welt nachhaltiger, ressourcenschonender und gerechter wird und mehr Frieden entsteht.“

Mona

„Ich lebe in Gemeinschaft, weil hier neue und konstruktive Formen der Kommunikation und Konfliktlösungen erprobt werden. Weil mich jede:r Einzelne immer wieder neu inspiriert und beflügelt und wir in gemeinsame Räume hineinwachsen, in denen wir uns ehrlich begegnen können. Im Lebensbogen bin ich, weil wir uns immer wieder der Herausforderung stellen, die Fragen an uns als Menschen und als Teil der Gesellschaft anzuschauen und Antworten zu suchen. Viele intensive Gemeinschaftszeiten und begleitete Intensivzeiten sowie Community building. Meine größte Herausforderung ist, die Scheu abzulegen, wahrhaftig und ehrlich das Tiefste in mir in der Begegnung zuzulassen und zu zeigen. Der Lebensbogen ist für mich die Vielfalt und der Respekt, die Herzverbundenheit und die gemeinsame Ökonomie und die Bereitschaft uns immer tiefer aufeinander einzulassen. 
Ich setze mich ein für gemeinsames Forschen nach Lösungen für die Herausforderungen von Klimawandel, Artensterben und Corona. Ich möchte neue und unbekannte Wege beschreiten, um tiefer einzutauchen in das Wesen von Verbundenheit mit allem Sein.“

Sissy

„Gemeinschaft ist für mich bislang aufgrund meiner Lebenserfahrung in verschiedenen Konstellationen die am sinnstiftendste Form des Zusammenlebens. Sie erfüllt am ehesten mein Bedürfnis nach Verbindung mit anderen Menschen, insbesondere durch die Anstöße im Gruppenprozess, ständige Anregungen und Impulse sich weiterzuentwickeln. Gemeinsam sind diverse Herausforderungen (Ökologie, Aktionen, Einkauf) leichter zu meistern. Im Lebensbogen bin ich wegen der hohen Wertschätzung der Kommunarden:innen, einer hohen Kompetenz im Bereich Kommunikation und der Bereitschaft sich auseinanderzusetzen.
Die größte Herausforderung für mich ist die Einschränkung meiner Souveränität und Freiheit. Das Zusammenleben mit vielen Menschen ist anstrengend durch hohes Energielevel. Wir haben einen hohen Aufwand und Druck, die Kosten einer Einrichtung, die „teuer“ war mit hohem Investitionsstau zu erwirtschaften. Und bei all dem immer wieder eine positive Grundeinstellung einzunehmen. Der Lebensbogen steht für die Vielfalt der Individuen, die Fähigkeit, auch schwierige Phasen durchzustehen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen und die gegenseitige Sympathie. Ich möchte dazu beitragen, dass die Offenheit gegenüber Besuchern und Gästen erhalten bleibt. Ich wünsche mir die Bestätigung, dass ein Leben in Gemeinschaft zwar herausfordernd aber möglich ist. Wir sind ein Beispiel dafür, dass Gemeinschaft eine Lebensform mit vielen Vorteilen ist. Ich möchte Impulse setzen durch die Ermöglichung von Begegnungen und das Durchbrechen von Vorurteilen.“

Stefan

„Ich lebe in Gemeinschaft, weil ich möchte, dass soziale Kontakte jeder Qualität aus sich selbst heraus bestehen und nicht von mir gewählt werden. Ich möchte ein Gegenmodell zur zunehmenden Individualisierung leben. Ich muss nicht mehr alles selber machen. Im Lebensbogen bin ich, weil ich einige der Gründer kannte. Viele meiner Vorstellungen schienen mir im und durch den Lebensbogen verwirklichbar.“

Ulrich