Gemeinschaft Lebensbogen

Über uns

Diese Seite gibt einen Überblick über die die wichtigsten Eckpfeiler unser Gemeinschaft, den Ort an dem wir leben, über unsere Netzwerke und unsere Historie. Außerdem wird erklärt, wie wir unsere Webseite barrierearm gestalten.

Unsere Basis ist die Gemeinschaft der Menschen, die hier zusammen leben und arbeiten. Wichtig ist uns ein wohlwollendes Miteinander von Herzen.

Lebensbogen ist ein Ort der Begegnung für alle Menschen, die sich einen inneren und gesellschaftspolitischen Wandel wünschen und diese Welt nachhaltig verbessern wollen.
Wichtig sind uns Themen wie Klimawandel und Nachhaltigkeit, Permakultur, die Entstehung von Frieden und die Frage, was unser Beitrag für die Welt sein kann.
In unserem Begegnungsraum gibt es keinen Platz für Rassismus, Diskriminierung, Gewalt, Ausbeutung oder Menschen- und Lebensverachtende Weltanschauungen und Haltungen.

Die Gemeinschaft entscheidet im Konsens, lebt in gemeinsamer Ökonomie und trifft sich regelmäßig zu intensivem Austausch. Außer den oben genannten Themen beschäftigen wir uns mit unseren eigenen Grenzen, Potentialen und der persönlichen Entwicklung. Wir üben uns darin, gemeinsam durch schwierige Phasen zu gehen und die Herausforderungen, die sich aus dem Zusammenleben mit vielen Menschen ergeben, zu meistern. 

Unsere Kollektivbetriebe sind zur Zeit das Tagungshaus Lebensbogen, das Café Helfensteine und unser gemeinnütziger Verein Projekt Lebensbogen. Der Verein organisiert verschiedenste Veranstaltungen für alle Generationen um aktiv zu einem gesellschaftlichen Wandel beizutragen.
Darüber hinaus sind wir offen für neue Ideen und kreative Projekte. Wir laden ein zu Teilhabe, Freude, Kreativität, Forschung und Austausch.

Selbstverständnis

Wir sehen uns als Spiegel der Gesellschaft und üben uns im gemeinsam leben und arbeiten. Wir setzen uns ein für eine Welt, in der alle Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihres Geschlechtes würdig leben können. Wir wünschen uns Respekt und Wertschätzung gegenüber allem Leben. Dies ist unser Ziel und wir befinden uns auf dem Weg dorthin. Wir haben uns auf Werte, eine Ausrichtung und Vereinbarungen geeinigt.

Unsere Werte sind Gleichberechtigung, Wertschätzung, Einschließlichkeit und Verbindlichkeit.

Wir richten uns aus auf Herz-Verbundenheit, Grund-Vertrauen, Lebens-Freude, Frieden, Wandel, Visionsraum und Verwirklichungskraft.

Unsere Vereinbarungen stehen für eine respektvolle und wertschätzende Gruppenkultur sowie dafür, etwas für den positiven Wandel unserer Welt beizutragen.

Nachhaltigkeit

Als Gruppe bemühen wir uns um ein nachhaltiges Leben auf ökologischer, ökonomischer, sozialer und kultureller Ebene. Wir gestalten und pflegen den Begegnungsraum Lebensbogen, der Impulse für einen gesellschaftlichen Wandel setzt. Aufgrund der örtlichen, personellen und finanziellen Kapazitäten hat das noch viel Luft nach oben.

Gemeinsame Ökonomie und Konsens

Wir leben Gemeinsame Ökonomie (Geld und Zeit)

Wir arbeiten in verschiedenen Arbeitsbereichen am Platz und einige von uns auch außerhalb. Wir wirtschaften in eine gemeinsame Kasse. Alle Einnahmen fliessen in diese Kasse. Wir entnehmen Geld aus der Kasse entsprechend unseren Bedürfnissen. Dies geschieht unabhängig davon, was welche Person leistet und einbringt. Damit entheben wir die Arbeit einer Bewertung über das Geld. Jede Person entscheidet selber für was und wieviel Geld sie ausgibt. Über einen Betrag von zur Zeit 300 Euro wird das Anliegen in die Gruppe gebracht und gemeinsam entschieden. Beim Umfang der geleisteten Arbeit setzen wir auf Vertrauen und Eigenverantwortung. Wir gehen davon aus, dass jede Person ihre eigenen Bedürfnisse und die der Gruppe im Blick hat.
Hat jemand Vermögen setzen wir auf Vertrauensökonomie. Gleichzeitig gibt es eine Regel und Wünsche dazu. Ein Wunsch ist, dass Vermögen in die Genossenschaft als Genossenschaftsanteil, Spende oder zumindest als Darlehen eingebracht wird. Wenn Vermögen nicht eingebracht wird, darf es nur in Absprache mit der Gruppe genutzt werden. Transparenz ist uns in diesem Zusammenhang wichtig.

Bei einer Aufnahme in die Gemeinschaft schreibt die einsteigende Person einen Einstiegs- und Ausstiegsvertrag. Die Person gibt hier Auskunft über Einkommen, Vermögen, Verpflichtungen, Schulden und den Umgang damit. Ebenso wird darin der Umgang bei einem Ausstieg aus der Gemeinschaft festgelegt. Die Ein- und Ausstiegsverträge werden gemeinsam beschlossen.

Wir Entscheiden im Konsens

Grundsätzlich überlegen wir bei anstehenden Entscheidungen, ob sie eine hohe Tragweite für Teile der Gruppe oder die Gesamtgruppe haben. In diesem Fall werden die Entscheidungen im Plenum getroffen und es werden meistens Entscheidungsvorlagen erstellt. Die Vorlagen werden direkt im Plenum oder in einer Kleingruppe entwickelt. Es gibt nach der Entscheidung im Plenum eine Einspruchsfrist von 8 bis 14 Tagen. Zeitlich dringende Entscheidungen oder Entscheidungen mit geringer Tragweite können auch direkt Im Plenum getroffen werden. Bei solchen Entscheidungen müssen mindestens 50 % der am Ort wohnenden Gruppenmitglieder anwesend sein.

Gelebte Praxis bei Entscheidungen ist in der Regel die Daumenabfrage. Hier gibt es die Konsensstufen: Zustimmung, leichte Bedenken, schwere Bedenken und Enthaltung. Die schweren Bedenken werden immer angehört und müssen ausgeräumt werden, wenn es eine Entscheidung mit hoher Tragweite ist. Möglicherweise halten einige Gruppenmitglieder die Entscheidung nicht für die beste, können aber mit ihr leben. Alle unterstützen die Entscheidung und verpflichten sich, sie nicht zu untergraben. Sie kommt nicht durch Abstimmung zustande. Sie kommt durch einen Prozess zustande. Die Thematik wird bearbeitet und alle Mitglieder angehört. Jede Person übernimmt Verantwortung für sich, so dass alle mit dem Prozess zufrieden sind. Nicht alles entscheiden wir im Plenum. Die Arbeitsbereiche und Arbeitsgruppen treffen eigenständig Entscheidungen, solange sie nicht eine Tragweite für die Gesamtgruppe oder einzelne aus der Gruppe haben.

Folgende Konsensstufen benutzen wir, wenn wir eine schwierige Entscheidung mit vielen sehr unterschiedlichen Meinungen und hoher Betroffenheit zu treffen haben, bei der die oben genannten Daumenregel nicht ausreicht:

Volle Begeisterung
Zustimmung
Leichte Bedenken
Enthaltung
Beiseite stehen
Schwere Bedenken
Veto

Gruppenstruktur

Gruppenaufbau und Arbeitsbereiche

Zur Zeit leben 14  Erwachsene und ein Kind am Platz.
Einige arbeiten freiberuflich und / oder sind außerhalb angestellt. Alle arbeiten auch intern. Einige sind in der Genossenschaft und im Verein angestellt. Rentner:innen gibt es auch.

Im Projekt gibt es zur Zeit folgende Arbeitsbereiche:

Tagungshaus
Café
Verein
Finanzen/Buchhaltung
Gebäude Management
Außengelände

Unsere Arbeitsbereiche sind in Teams organisiert. Zuständigkeiten werden gemeinsam abgesprochen und verteilt. Es gibt regelmäßige Treffen, an denen relevante Themen besprochen werden. Es werden Protokolle geschrieben und an die gesamte Gruppe geschickt.

Außerdem gibt es feste und zeitweilige Arbeitsgruppen. Eine feste Arbeitsgruppe ist zum Beispiel die Gruppe, die sich um an der Gemeinschaft interessierte Menschen kümmert und seit April 2021 gibt es eine Hühner-Gruppe, die sich um unsere 10 Hühner und den Hahn kümmert.

Bis jetzt erfolgt die Besetzung der Bereiche und Arbeitsgruppen durch Notwendigkeiten, die eigenen Vorlieben und die Kompetenzen. Einige von uns arbeiten in mehreren Bereichen. Es gibt noch viel Bewegung und dadurch viele Möglichkeiten mit zu gestalten. Wenn wir mehr Menschen sind, möchten wir unser Projekt auf soziokratische Füße stellen. Das ist eine Form von Organisation in der weniger in der Großgruppe besprochen werden muss. In der Soziokratie haben einzelne Mitglieder der Bereiche das Vertrauen der Gesamtgruppe. Die Mitglieder werden durch eine offene soziokratische Wahl bestimmt.

Wie entscheiden wir?

Wir entscheiden im Konsens. Entscheidungen werden im wöchentlichen Plenum oder bei Klausurtagen getroffen. Die Arbeitsbereiche treffen selber die Entscheidungen, die keine große Tragweite für die Gesamtgruppe haben. Mehr Informationen dazu sind unter dem Punkt „Gemeinsame Ökonomie und Konsens“ zu finden.

Kommunikation

Ob überhaupt, wieviel und auf welche Art und Weise miteinander kommuniziert wird, prägt entscheidend die Gruppenstruktur und die Atmosphäre. Uns ist es wichtig, vielfältige Formen der Kommunikation auszuprobieren und zu kultivieren.

Wir legen Wert auf persönlichen Austausch und bemühen uns, diesem soviel Zeit wie möglich einzuräumen.

Einmal in der Woche gibt es einen Gemeinschaftsabend für unser soziales Miteinander. Er kann sich aktuellen Themen widmen oder zum Beispiel gestalteten wir Biographieabenden. Wir probieren auch unterschiedliche Methoden aus.

Einmal wöchentlich gibt es ein Plenum, an dem hauptsächlich organisatorische Themen besprochen und entschieden werden. Einmal im Monat gibt es ein Finanz-Plenum. Ist ein Thema zu groß machen wir extra Termine, um es zu bearbeiten.

Vier bis sechs mal im Jahr haben wir Intensivtage. Diese werden häufig von Externen begleitet. Hier bearbeiten wir die akuten größeren Gruppenthemen und beschäftigen uns mit Gruppendynamiken.

Im Moment arbeiten wir hauptsächlich mit CB (Community-Building), GFK (gewaltfreie Kommunikation) und Forum. Wir sind offen für andere Methoden. In den mehrtägigen Treffen gelingt es uns oft in eine tiefe Verbindung zu kommen. Wenn wir von Herz zu Herz in Kontakt sind, lassen sich alle Entscheidungen leichter fällen. Es ist eine große Herausforderung im Alltag diese Art der Verbindung zu halten. Die längeren Gruppenzeiten erinnern uns, machen uns weicher und lassen uns einander besser und tiefer kennenlernen und verstehen. Daraus entsteht Achtsamkeit, Empathie und letztlich auch Freude. Wenn wir lernen uns wirklich zu hören, zu sehen und zu verstehen, kann ein Raum entstehen in dem Frieden und Aussöhnung passiert. Das gilt für zwei Menschen, zwischen Kulturen und Ländern, Eltern und Kindern, Männern und Frauen, Ideologien und Religionen.

Nun, wir lernen …

Junge Menschen und Familien bei uns

Unsere Gemeinschaft soll aus Menschen aller Altersgruppen bestehen. Im Moment wünschen wir uns junge Menschen und mehr Familien mit Kindern. Die Wohnsituation kann entsprechend den individuellen Wünschen und Bedürfnissen gestaltet werden.

Unser Gelände bietet Raum für Abenteuer und Entdeckungsreisen. Wir haben viele große Bäume, Wiesen, einen Bolzplatz, ein Trampolin, einen Sandkasten, einen Basketballkorb, Hängematten und weitere Spielmöglichkeiten. Auch drinnen gibt es unterschiedlichste Möglichkeiten. Einen Kreativraum zum Basteln, einen Toberaum, ein gemeinsames Wohnzimmer mit verschiedenen Musikinstrumenten, ein Fernsehzimmer und vieles mehr.

Küche und Esszimmer teilen wir mit der ganzen Gemeinschaft, was viele kleine Kontakte mit allen Mitgliedern ermöglicht. Manche Familien haben sich eine kleine Essmöglichkeit in ihren Wohnräumen geschaffen, um auch mal alleine mit den Kindern essen zu können.

Oft spielen die Kinder zusammen und wir Eltern versuchen uns bei der Betreuung flexibel zu unterstützen.

In Zierenberg gibt es einen Kindergarten, eine Grundschule und eine Gesamtschule bis zur zehnten Klasse. Diese sind ca. 3,5 km entfernt. Wir organisieren uns möglichst gemeinsam mit dem Auto. Außerdem gibt es in Zierenberg eine Bücherei, ein Jugendzentrum sowie ein Freibad.

Zur Zeit (Frühjahr 2021) sind wir mit der Stadt Zierenberg im Gespräch über einen Waldkindergarten, der bei uns am Platz entstehen soll.

Auch Gemeinschaftsmitglieder, die die Lebensphase mit ihren eigenen Kindern schon hinter sich haben oder keine eigenen Kinder haben, heißen Familien herzlich willkommen

Unser Platz mit Fotogalerie

befindet sich in der Mitte von Deutschland rund 20 Kilometer nord-Westlich von Kassel. Er liegt im Naturpark Habichtswald direkt neben dem Europäischen Naturschutzgebiet Dörnberg. Das Gelände hat vier Hektar Parkähnliche Flächen mit einem kleinen Waldstück. Auf dem Gelände stehen drei Gebäudekomplexe mit einer nutzbaren Gesamtfläche von etwa 6.500 Quadratmetern.
Die Gebäude sind ein Beispiel für den einfachen und funktionalen Baustil der sechziger Jahre. Sie sind der topographischen Situation des Ortes angepasst und orientieren sich an den bestehenden Höhenlinien. Die parkähnliche Gestaltung greift Elemente der natürlichen, landschaftlichen und kulturellen Eigenschaften der Umgebung auf. Alte Buchen beispielsweise erinnern im Park an die frühere Hutenutzung, die an verschiedenen Stellen die Landschaft des Dörnberges kennzeichnet. Die Gebäude wurden in den sechziger Jahren ursprünglich als Jugendbildungsstätte (Landesjugendhof Dörnberg) errichtet. Sie sind traditionell als Begegnungsstätte auch für Menschen, die sich an der Natur erfreuen wollen, gedacht.

Die Helfensteine in direkter Nähe sind ein Ort für Erholung, Klettern und Spielen, im Winter zum Schlitten fahren und zum Genießen eines fantastischen Weitblicks. In früheren Zeiten waren diese ein Keltischer Kraftplatz. Kräfte werden ihnen auch heute noch zugesprochen. Es gibt viele Wanderwege in der Umgebung die an unserem Gelände vorbei führen.

Schon jetzt ist das Naturschutzgebiet ein willkommenes Ausflugsziel und wir sind dabei, die Attraktivität des Platzes mit kulturellen und sozialen Angeboten zu erhöhen. Unser Café Helfensteine mit ökologischen Angeboten, sorgt für das leibliche Wohl.

Unsere große Nachbar:in ist die seit 1950 bestehende Segelflugsportvereinigung Kassel Zierenberg, deren Mitglieder über das ganze Jahr hinweg aktiv sind.

Der Ort Zierenberg liegt ungefähr 4 Kilometer entfernt und ist am Wochenende mit einem Bus erreichbar. In Zierenberg gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Kindergärten und Schulen und eine Bahnstation. Kassel ist mit der Regionalbahn in 20 Minuten zu erreichen. Wir haben mit diesem Ort eine wunderbare Kombination von ländlichem Leben, außergewöhnlicher Naturund einer guten Anbindung an die nächste Gemeinde und größeren Stadt mit überregionalem Fernverkehr.

Dies ist unser Platz und wir wollen in Achtsamkeit und Wertschätzung mit ihm leben.

Unsere Netzwerke

Wir wollen keine Insel jenseits des weltlichen und gesellschaftlichen Geschehens sein. Wir haben von Anfang an eine aktive Vernetzung angestrebt. Der Kontakt zur Gemeinde und zu einzelnen Initiator:innen und Vereinen ist gut und kooperativ. Das möchten wir gerne noch vertiefen. Darüber hinaus sind wir mit verschiedenen Netzwerken verbunden. 

Stiftung trias: Die stiftung trias hat Grund und Boden von unserem Objekt erworben und ist unsere Kooperationspartnerin mit einem Netzwerk von Wohnprojekten. 

Interkomm Region Kassel: Das Netzwerk besteht aus derzeit sechs Kommunen im Raum Kassel. Alle Gruppen haben solidarische Ökonomie und Konsensentscheidungen als Grundlage. Alle leben und (einige) arbeiten gemeinsam. In diesem lokalen Netzwerk unterstützen wir uns gegenseitig und haben einige gemeinsame Projekte oder Initiativen. Es gibt auch  übergreifende Kollektivbetriebe, in denen Menschen aus unterschiedlichen Kommunen zusammen arbeiten. Immer wieder beteiligen wir uns gemeinsam an politischen Aktionen vor allem im Bereich Klimakrise. Mitglieder aus den Kommunen treffen sich monatlich zum Austausch. Das Netzwerk Interkomm lädt in der Regel dreimal jährlich zum InterKommuneSeminar (kurz IKS) ein. Beim IKS besteht die Möglichkeit einige der sechs Kommunen an einem langen Wochenende kennenzulernen. Bei dem Seminar gibt es Workshops zu wichtigen Kommunethemen wie beispielsweise gemeinsame Ökonomie oder Kommunikation und Konsens.

Die Kommunen im Netzwerk sind, Kommune Niederkaufungen, gASTWERKe, Villa Locomuna, Lossehof, Menschmeierei und Lebensbogen.

Kommuja: Alle Interkomm-Kommunen sind auch Teil des politischen Netzwerkes von Kommunen, welches Kommuja heißt. Hier sind rund 40 Kommunen in Deutschland und dem deutschsprachigen Raum vernetzt. Alle Kommuja-Gruppen versuchen sich mit dem Leben in Kommune ihren (politischen) Utopien zu nähern und sehen Gemeinschaft an sich jedoch nicht als Selbstzweck an. Die Gruppen sind von libertären, emanzipatorischen, solidarischen und ökologischen Ideen und Gedanken inspiriert. Kommuja startet regelmäßig Kommune Info Touren durch Deutschland und richtet alle zwei Jahre das Los geht’s aus, eine Veranstaltung, die Gemeinschaften und Interessierte zusammen führt.

GEN: Außerdem sind wir mit dem GEN-Netzwerk verbunden. Ein Zusammenschluss der Ökodörfer in Deutschland, Europa und auch weltweit. GEN steht für: Global Evovillage Network Europe. Wir sind Mitglied bei GEN-Deutschland. Dieses Netzwerk organisiert Treffen und Austausch, internationale Kongresse und bietet auch eigene Seminare für Interessierte in wechselnden Gemeinschaften an.

Außerdem ist unsere Gemeinschaft als Akteurin für Bildung für nachhaltige Entwicklung bei der Unesco gelistet. Unser Verein Projekt-Lebensbogen e.V. ist Mitglied beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, kooperiert mit dem Jugendbildungswerk Kassel, der Gemeinde Zierenberg und arbeitet mit vielen anderen interessanten Akteur:innen zusammen.

zu unserer barrierearmen Webseite

Unser Webseite ist barrierearm gestaltet. Deshalb ist die Sprache einfach gehalten und es gibt weniger Bilder. Wir möchten möglichst viele Menschen sprachlich mit einzubeziehen und ihnen unsere Webseite zugänglich machen. Wir verwenden unterschiedliche Formen der geschlechtergerechten Sprache. Zum Teil verwenden wir den Doppelpunkt für mehrgeschlechtliche Schreibweise, da dieser von maschinellen Vorleseprogrammen besser verarbeitet wird. Bisher haben wir nur eine englische Zusammenfassung der wichtigsten Informationen dieser Webseite, da weitere Sprachen uns als Gemeinschaft gerade überfordern würde.

Wie alles begann

2007

5 Menschen treffen sich um den Erwerb eines alten Klosters (Kartaus) in Freiburg vorzubereiten. Ein Konzept wird erstellt basierend auf Vertrauen und mit Community-Building nach Scott Peck.

2008

Die Gruppe öffnet sich und wächst auf rund 20 Menschen an. Das Logo und der Name werden entwickelt. Ein umfangreiches Konzept wird erstellt. Mehrere Gruppentreffen finden statt. 

2009

Es finden nun vierteljährliche Treffen statt. Die Gruppengröße liegt konstant bei rund 20 Menschen. In den Folgejahren bleibt das so. Der Gruppenzuwachs findet im „Schneeball-System“ statt. Erstes Architektentreffen zur Planung der Räume und Besiedlung der Kartaus. Die Kartaus wird als zentrales Kunstdepot der Stadt Freiburg als Zwischenlager genutzt. 

2010

Präsentation von Lebensbogen bei der Stiftungsverwaltung in Freiburg. Die Entscheidung zieht sich hin, ob Lebensbogen die Kartaus in Erbpacht bekommen kann. Die Stiftungsverwaltung ist uns sehr gewogen, aber die politischen Prozesse sind zäh. 

2011

Im Mai fällt der Gemeinderat der Stadt Freiburg eine Entscheidung. In der Kartaus soll ein UWC (United World College) einziehen. Die Robert-Bosch-Stiftung investiert dafür 40 Millionen Euro. Große Enttäuschung bei Lebensbogen. 
Ein Abschiedsritual findet statt. Die zum Verkauf stehende Schwarzwaldklinik im Glottertal kommt als neues Objekt in Frage. Das Finanzierungskonzept für die Schwarzwaldklinik wird vorbereitet. 

2012

Eine kleine Gruppe arbeitet sehr aktiv u.a. an der Finanzierungsplanung für die Schwarzwaldklinik. Das Fundraising-Konzept wird erstellt. Die gls-Bank befürwortet das Finanzkonzept und gibt eine Zusage, falls das Objekt erworben wird. Es wird mit der Gemeinde Glottertal verhandelt. Es tauchen weitere Mitbewerber:innen auf. Die Deutsche Rentenversicherung entscheidet die Klinik doch nicht zu verkaufen. Lebensbogen öffnet sich wieder und schaltet Anzeigen auf der Suche nach neuen Leuten und einem neuen Pbjekt. Etwa 50 Bürgermeister:innen und Gemeinden rund um Freiburg werden auf der Suche nach einem Gelände angeschrieben. Ende des Jahres nehmen wir das Objekt Willenbacherhof bei Heilbronn in den Blick.

2013

Weitere Objekte werden besichtigt und bewertet: Ein großes Objekt in Lahr mit mehreren Gebäuden. Kloster Bad Berg Zabern als Kooperationsprojekt mit der Gemeinschaftsgründungsgruppe  „Lebensdorf“.  Keines der Objekte findet ausreichend Zuspruch in der Gruppe. Es gelingt nicht, alle Bedürfnisse und Wünsche an ein Objekt unter einen Hut zu bringen. Die Gruppe wächst weiter, einige verabschieden sich aus der Gruppe. Alle sind weiterhin von dem Konzept überzeugt und wollen weiter gemeinsam suchen. 

Das „Zentrum Helfensteine“ bei Kassel kommt Ende des Jahres ins Gespräch. Es findet ein erster Ortstermin mit dem Besitzer statt. Das Objekt wird in der Gruppe mit Plänen und Bildern vorgestellt. Diese Objekt stößt in der Gruppe auf große Resonanz, obwohl es in Nordhessen liegt. 

2014

Es findet ein erstes Treffen in Zierenberg im Zentrum Helfensteine statt mit Besichtigung. Am Ende des Treffens entscheidet sich die Gruppe, den Kauf anzugehen. Der Ort und die Umgebung bezaubern uns, auch wenn die Gebäude selbst ein Relikt der sechziger Jahre sind. Die Nutzungsmöglichkeiten passen in unser Konzept. Ein langer Prozess der Verhandlung, der Planung und der Finanzierungsüberlegungen beginnt. Die Gruppe wird für Neue vorerst geschlossen. Eine Verhandlungsgruppe wird gegründet. Unsere Ideen werden von Gemeinde und Landratsamt positiv aufgenommen. Wir entscheiden uns für eine Kooperation mit der trias Stiftung (für den Kauf von Grund und Boden). Wir finden „unsere“ Architekten Christoph Harney und Raymond Deuschert. Die gls Bank erstellt ein Gutachten. Erstellung von Finanzierungsplänen für alle Wirtschaftsbereiche. Wir erstellen eine neue Webseite und geben ein Energiekonzept in Auftrag. Der Verein Projekt- Lebensbogen wird eingetragen. Während der Zeit laufen die Verkaufsverhandlungen zäh und anstrengend. Der Kaufvertrag wird unterschrieben. Der Kaufvertrag wird annulliert und ein Rechtsbeistand eingeschaltet. Es ist sehr fraglich, ob es zu einer Einigung kommt.

2015

Wir gründen eine Genossenschaft. Ende Mai gibt es eine Einigung mit dem Verkäufer und zusammen mit der trias wird der endgültige Kaufvertrag unterschrieben. Ende Juli ist der Kaufpreis gezahlt und es gibt eine dreitägige Übergabe.

Es ist geschafft

Die ersten Menschen ziehen ein. Im August feiern wir mit einem Ritual unser Ankommen. Ende des Jahres leben dann 19 Erwachsene und 3 Kinder am Platz. 

In der Zeit zwischen Ende 2013 bis zum Kauf gab es tausende Mails, 100te Telefonkonferenzen und unzählige Treffen. Diese lange Energie- und Nerven zehrende Zeit war für die Gruppe eine große Herausforderungen. Vision und Kraft wurden auf eine harte Probe gestellt. Ein konstanter Kern ist all die Jahre zusammen geblieben und hat zum Teil unter großem Druck weitergemacht. Das alles hat uns einander recht gut kennenlernen lassen und ein starkes Band von gegenseitigem Vertrauen geschaffen.